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Massentourismus und der Niedergang eines schönen Hotels

Ein Gastbeitrag von Dr. Alfred Nehring

Zu Ihrem Artikel über den Massentourismus ein Beispiel, das die negative Seite von Pauschalreisen nachvollziehbar macht. Es geschah zwar vor 40 Jahren, ist aber dennoch hochaktuell:

Meine Frau und ich entdeckten damals ein Hotel in einem Künstlerdorf oberhalb von Torremolinos.  Das Hotel lag umgeben von noblen Fincas in einem eigenen üppig blühenden Garten und passte gut in seine Umgebung;  im Garten ein großer Pool mit Poolbar, Liegewiese und ein wegen der Hanglage tiefer gelegener Tennisplatz und im Hotel ein Restaurant mit sehr guter Küche und, auf der Ebene darunter, eine Sonnenterrasse mit schattigen Arkaden, einer Fläche für Barbeques und gelegentliche  Auftritte von Bandas, studentischen Musikgruppen, und zum Speisen im Freien. Überall hatten die Gäste einen herrlichen Blick auf die Küste und das Meer. Es war also kein Wunder, dass sich privat reisende Gäste hier, nur wenig abseits des Trubels an der Küste, wohl fühlten; sie kamen aus Madrid, Barcelona und dem übrigen Spanien, dazu aus Deutschland, der Schweiz und Canada.

Der Niedergang dieses schönen Hauses begann in dem Moment, in dem man sich entschloss, von der Nobelmarke eines deutschen Touristikkonzerns und dem Pendant eines britischen Reiseveranstalters gelistet zu werden und beiden ein erstes Kontingent zu geben.

Anfangs empfand man das Interesse der Nobelmarken als Auszeichnung und Anerkennung bisheriger Leistungen und freute sich darüber, zum ersten Mal eine feste Einnahmen-Komponente zu haben, bei der niedrigere Tages-Raten nicht ins Gewicht fielen; es waren nur Zusatzerlöse, für die man die Struktur und Ausrichtung des Hotels nicht ändern musste. Leider war das zu kurz gedacht:

Denn die Zahl der Pauschalreisenden und damit der Gäste, die ermäßigte Einnahmen erbrachten, nahm von Jahr zu Jahr zu, ihnen gefiel eben das Hotel. Und das führte zu von Jahr zu Jahr sinkenden Einnahmen, die nur dann nicht zu – von den Eigentümern ungern gesehenen – Verlusten wurden, wenn nach und nach auch die Kosten gesenkt wurden. Diese betriebswirtschaftliche Logik hinterließ auch in unserem schönen Hotel ihre Spuren:

Zuerst wurde das Angebot des Restaurants auf ‚drei Menues zur Wahl‘ eingedampft. Der Küchenchef  und der Sommelier konnten eingespart werden, denn der Sous-Chef war auch nicht schlecht und die frühere Weinauswahl gab es nicht mehr. Außerdem kam man statt der früher einmal sieben jetzt mit fünf Kellnern aus.

Zahlen Reiseveranstalter  für Frühstück plus Abendessen nur das, was normaler Weise das Frühstück kostet, wird auch ein auf drei Menues beschränktes Abendessen zu teuer. Folgerichtig gab es auch in unserem Hotel nur ein Jahr später nur noch ‚Essen vom Buffet‘, was auch die Ermäßigung der Kellner von fünf auf drei jetzt niedrig bezahlte Bedienstete ermöglichte.

Für ‚Essen vom Buffet‘ benötigt man nur das, was es preiswert im eigenen Land gibt:  Gemüse, Eier, Hühner, etwas Fleisch und Fisch, Obst und alles, was für preiswerte Mayonnaisen und Saucen nötig ist; einen weiteren Vorteil hat mir ein Hoteldirektor so geschildert: der für ein Buffet zuständige Koch kann durchschnittlich, aber darin, das Buffet attraktiv aussehen zu lassen, muss er ein Künstler sein.

Auch auf allen anderen Gebieten musste gespart werden:  Restaurant-Arkaden und Garten wurden aufgegeben, es gab keine Barbeques und Konzerte von Bandas mehr. Der teure Gärtner und bald auch sein Mitarbeiter konnten nur noch tageweise bezahlt werden – mit entsprechenden Folgen für die Blütenpracht im Garten. Und der Tennislehrer war mit der erste, der entbehrlich war.

Auf diese Weise sanken innerhalb von nur vier Jahren die Leistungen dieses herrlichen Hotels auf das Durchschnitts-Niveau ab, das weltweit alle Pauschalurlauber-Hotels ausmacht – automatisch, ohne dass die beteiligten Reiseveranstalter an der Preisschraube hätten drehen müssen.

Die sukzessive Verringerung der Hotelqualität führte allerdings schon in den ersten Etappen dazu, dass die Zahl der Stammgäste des Hotels abnahm, erst nur etwas, danach rapide. Zwar hatte sich an der Lage und Ausstattung des Hotels nichts geändert, nur eben an Küche und Service – und das war dafür entscheidend.

In der jeweils folgenden Saison musste das dadurch entstandene Loch durch eine steigende Zahl von Pauschalurlauber gestopft werden, und plötzlich war man auf die Reiseveranstalter angewiesen, und jetzt konnten diese noch tiefere Preise durchsetzen – eine unheilvolle Spirale, die für alle Hotels, die auf Pauschalurlauber angewiesen sind, die gleiche war und ist!

Unser selbst erlebtes Beispiel zeigt die beiden Seiten des Massentourismus:

Einerseits könnten sich Normalverdiener ohne die preiswerten Reiseveranstalterangebote Urlaub in Mittelmeerländern nicht jedes Jahr leisten. Für sie sind Pauschalreisen also ein Segen.

Andererseits führen für den Urlauber niedrige Angebote eben auch zu niedrigen Einnahmen bei allen touristischen Dienstleistern im Urlaubsland,  und bei ihnen – wie im Beispielsfall – zu abnehmender Qualität und niedrigen Löhnen. Führen niedrige Löhne dazu, dass man sich und seine Familie nicht ernähren kann, gibt es keinen Anreiz, die Arbeit auch noch freudig und gut zu machen, besonders, wenn man umgeben vom Luxus für die Gäste arbeitet.

Und ist es nicht folgerichtig, dass auf Ausflugsfahrten zu den Sehenswürdigkeiten in der Region die ‚wohlhabenden‘ Touristen zu Läden gebracht werden, in denen preiswerte, aber angeblich gute Produkte aus der Region verkauft werden, die tatsächlich aber auch deshalb zu teuer sind, weil Provisionen gezahlt werden:  an die oft aufdringlichen Verkäufer und an die Fahrer und Reiseleiter der Busse – Provisionen, mit denen Fahrer und Reiseleiter ihre viel zu geringen Löhne wenigstens etwas aufbessern können.  Wen wundert es da noch, wenn vor solchen Läden manchmal zehn und mehr Busse parken. Dies alles zusammen ist der Fluch von Pauschalreisen in Massen.

Anmerkung der Redaktion: Wir bedanken uns ganz herzlich für den tollen Erfahrungsbericht. Leider hat sich bis heute am Verhalten der großen Reiseveranstalter wenig geändert (wenn überhaupt ist es eher noch schlimmer geworden). Deswegen ist dieses Beispiel leider bis heute gültig.

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